Chronik

 

Zur Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Laubenheim

 

Seit Menschengedenken wurde versucht, sich gegen Feuersnot zu schützen. Bereits aus dem Altertum sind Löschordnungen bekannt, ebenso trafen auch die Städte und Landesherren des Mittelalters und der Neuzeit entsprechende Vorkehrungen. In Mainz gab es bereits im Jahre 1494 eine „Aufruhr- und Feuerordnung“. Durch den Erzbischof und Kurfürst Friedrich Karl Josef von Erthal wurde im Jahre 1780 für den Kurstaat Mainz eine Brandversicherung gegründet, welche die den Brandgeschädigten entstandene wirtschaftliche Not lindern sollte. Im Einsatzfalle waren alle Einwohner von Dörfern und Städten zur gegenseitigen Hilfeleistung verpflichtet. Benötigtes Gerät wurde in den jeweiligen Rathäusern aufbewahrt. So ist in der Laubenheimer Gemeinderechnung von 1778 ein Bestand von 38 Ledereimern, 1 Holzspritze, 3 Feuerleitern und 2 Hacken aufgeführt. Zur Erhaltung und stetigen Verbesserung des Brandschutzes war jeder Neubürger dazu verpflichtet, einen Ledereimer zu stellen. Ebenso wurde das in den Gemeinden vorhandene Löschgerät regelmäßigen Prüfungen unterzogen. Aus einer solchen Überprüfung resultiert das älteste, uns vorliegende Schriftstück in Bezug auf den Brandschutz in Laubenheim. Es handelt sich um ein Schreiben vom 29. September 1817, in dem die Grossherzoglich-Hessische Regierungskommision den Laubenheimer Bürgermeister beauftragt, die vorhandene Feuer- spritze vom „wenigstnehmenden“ reparieren zu lassen. In den folgenden Jahren wurden dann Gestelle zur Lagerung der Löschgeräte, Ledereimer, Feuerhaken und ein Schlauch beschafft. Die geplante Anschaffung von Holzzubern für Löschzwecke wurde abgelehnt.

Die Gemeinde Laubenheim besaß im Januar 1827 an funktionstüchtigen Löscheinrichtungen 40 Schuh Schlauch, 1 Feuerhaken und 40 Feuerlöscheimer. Ein solcher Eimer von 15 Zoll Höhe (ca. 38 cm), 9 Zoll Durchmesser ( ca. 23 cm )  kostete damals etwas mehr als 2 Taler.

Mit dem Bestand an Löschgeräten ging es ständig bergauf, was verschiedenen Schreiben aus den Jahren 1833, 1839 und 1850 zu entnehmen ist. Auffällig ist jedoch die Tatsache, daß es sich bei dem Schriftverkehr in den meisten Fällen um Auflagen der übergeordneten Verwaltung handelt, die nach durchgeführten Überprüfungen gemacht wurden.  Offensichtlich wurde immer nur angeschafft was auferlegt wurde und anschließend hat sich bis zur nächsten Prüfung niemand mehr um die Geräte gekümmert.

Erstmals wird im Jahre 1852 nicht nur von einer Überprüfung der Löschgeräte, sondern auch von einer Überprüfung der Löschmannschaften berichtet.  Diese wurde am Samstag, den 16. Oktober 1852 durch den Direktor des Feuerlöschwesens, Karl Weiser, durchgeführt und hatte wiederum die Aufforderung zu verschiedenen Reparaturen zur Folge, welche im Jahre 1853 abgerechnet wurden:

 

Reparaturen an der Feuerspritze                                           38 Gulden

Reparaturen am Lederwerk der Spritze durch

den Sattler Schon                                                                   5 Gulden

Reparaturen an Feuerleitern                                                   8 Gulden

 

Als Beginn eines organisierten Feuerlöschwesens in Laubenheim kann man die Jahre 1856 – 1857 ansehen. In Folge der Feuerlöschordnung, welche im ersten Entwurf am 29. Juli 1856 erging  und die für „sämtliche Gemeinden des Kreises außerhalb der Stadt Mainz“ gültig war, werden erstmals Mannschaften namentlich benannt sowie deren Aufgaben umrissen. Ebenso wurde die Verköstigung der Hilfsmannschaften geregelt.

 

Als Folge einer nunmehr gestrafften Feuerlöschordnung kann auch ein Schreiben vom 28. Dezember 1857 angesehen werden, in dem ein Laubenheimer Bürger aufgefordert wird, brennbares Material  aus der Nähe seines Hauses zu entfernen.  Nicht nur die Löschgeräte und -mannschaften wurden nun überprüft, auch Feuerstätten in Häusern unterlagen Prüfungen, deren Protokolle zum Teil vorliegen.  Weiterer Schriftwechsel von Bedeutung aus der Zeit vor der Gründung der FF Laubenheim liegt nicht vor.

Aus den vorhandenen Aufzeichnungen läßt sich erkennen, daß ein Schadensfeuer erst dann Ernst genommen wurde, wenn es entstanden war und nach kurzer Zeit wieder in Vergessenheit geriet. Die vorhandenen Feuerspritz- und Löschanstalten, wie sie genannt wurden, waren praktisch nie einsatzbereit: Nach jeder Prüfung mussten Reparaturen durchgeführt werden, die sich teilweise bis zu eineinhalb Jahren hinzogen. Es war niemand da, der für die vorhandenen Geräte und Einrichtungen verantwortlich zeichnete. Es lag also auf der Hand, dass es an der Zeit war, geschulte Mannschaften bereitzustellen, die ein Feuer wirksam bekämpfen können und sich um das dazu benötigte Material kümmern.

In Laubenheim wurde die Freiwillige Feuerwehr am Montag, den 6. Juli 1874 gegründet. Im gleichen Jahr entstanden auch die Wehren in Bodenheim und Hechtsheim. Die Existenz einer Freiwilligen Feuerwehr brachte eine spürbare Verbesserung des Brandschutzes in den Orten.

Die Gründungsmitglieder der FF Laubenheim können namentlich genannt werden, da eine Nachricht über die Gründung an die Gemeindeverwaltung vorliegt.

Gründungsmitglieder waren die Herren

 

J.B. EMDE

Cornelius FLECK

Johann FLECK II

Jakob HOSS

Johann HOSS

Heinrich KALTENBACH

Georg KITZER

Martin KITZER

Nikolaus MARKLOFF

Konrad MATTES

Peter MATTES

Casimir SAND

Jakob SCHMITT

Philipp SCHMITT

Batholomäus SPIES

Jakob SPIES

Kaspar SPREITZER

Peter SPREITZER

 

Erster Kommandant war Peter SPREITZER.